Antonius Bruderschaft

 

Träger der Tafel Kleve ist die St. Antonius Bruderschaft.

Als gemeinnütziger, mildtätiger Verein sind wir im Stadtgebiet Kleve aktiv, um überschüssige und verwertbare Lebensmittel zu sammeln und an bedürftige Menschen oder soziale Einrichtungen zu verteilen.

 

 

Schützenwesen – Armenbetreuung – in Kirche und Welt

Die Antoniusbruderschaft wurde 1461 u.a. vom Herzog Johann I. gegründet. Herzog Johann I. war selber ein Pilger, seine Pilgerwege führten ihn nach Rom, Santiago, nach Jerusalem. Das Pilgeranliegen war von Anfang an Bestandteil der Satzung.

Der Heilige Antonius von Ägypten, Patron der Bruderschaft – dargestellt mit dem Wanderstab in der Hand – war als Antonitermönch im Auftrage des Herrn unterwegs.

Neben dem Schützenwesen, das über Jahrhunderte das Wesen der Antoniusbruderschaft prägte, war aber auch Dienste an den Armen Aufgabe der Bruderschaft.

In den Unterlagen waren Hinweise zu den Aufgaben der Bruderschaft, die in der Gründungsurkunde von 1461 aufgeführt sind. Diese Urkunde wurde genehmigt von Herzog Johann I. von Kleve-Mark, durch das Kapitel der Stiftskirche in Kleve und dem Magistrat der Stadt Kleve.

Ein Mitgliedsverzeichnis aus dem 16. Jahrhundert, das sich bis 1944 im Besitz der Bruderschaft befand, beginnt mit Herzog Wilhelm dem Reichen und seiner Gemahlin Maria. Ihnen folgte eine Anzahl angesehener Mitglieder des herzoglichen Hofes.

Als die Bruderschaft im Jahre 2002 beschloss, ihre Waffen beiseite zu legen, besann sie sich wieder darauf, dass sie sich von alters her immer auch für andere Bereiche gesellschaftlichen Lebens eingesetzt hatte.

Ablesbar sind solche anderen möglichen Aufgaben am Vereinsabzeichen, das auch Kogelzeichen genannt wird. Es besteht aus einem Kreuz in der Form des Buchstaben T, dem ein Schützenbogen angehängt ist.

Die Antoniusbrüder Willi Huybers und Winfried Niemers erarbeiteten mit einigen anderen Engagierten den neuen Ansatz der uralten Anliegen, die zu den Aufgaben der Bruderschaft zählten und sie der heutigen Zeit anpassten.

Das war im Grunde die Geburtsstunde der Tafel Kleve.

Und nun kommt auch das Schwein in den Blick, das bei der Darstellung vom Heiligen Antonius immer wieder auftaucht. Es war Antonius, der jeden Mittag die „Sau durchs Dorf schickte“ – eine Redewendung, die uns immer noch geläufig ist.

Die Menschen warfen ihre Küchenabfälle und Lebensmittelreste in die Gosse der Straßen, und es wurde die Sau durchs Dorf geschickt, die alles auffraß, was ihr hingeworfen wurde. Die Sau wurde fett und rund und wurde dann geschlachtet. Das Fleisch wurde dann unter den Armen des Dorfes verteilt.

So könnte man heute sagen: Der Heilige Antonius ist der Begründer der Tafeln in Deutschland.